Medici Ermete König der italienischen Weine, der Lambrusco
06/09/2016
- Lambrusco gilt vielen als Inbegriff eines minderwertigen süßen Massenweins. Dass sich der perlende rote Tropfen jedoch in qualitativ hochwertiger Machart dennoch sehr erfolgreich seinem Image als Billigfusel widersetzen kann, ist vor allem das Verdienst von Alberto Medici. Der Besitzer des alteingesessenen Familienbetriebs Medici Ermete, in Gaida im nördlichen Teil der Emilia-Romagna gelegen, überwacht im Keller alle Vinifizierungsprozesse akribisch und hat so den auf Sommerpartys beliebten Tropfen weltweit salonfähig gemacht.
Das eigentliche Geheimnis des Erfolges liegt darin, dass die Familie die Trauben nach dem Vorbild der besten Winzerbetriebe der Welt mit größtmöglicher Aufmerksamkeit behandelt. So ist es auch zu verstehen, dass die besten Schaumweine von Medici Ermete in zahlreichen Spitzenrestaurants auf der Weinkarte stehen. Das Lagenkonzept des Weinhauses wird vom Weinführer Gambero Rosso nicht nur als 'ideenreich', sondern auch als 'Seltenheit in der Lambrusco-Landschaft' gewürdigt.
Bevor Alberto Medici in der Kellerei das Ruder übernahm, war der Ende des 19. Jahrhunderts von Remigio Medici gegründete Betrieb zunächst vom Sohn des Stammvaters - auch er hieß Ermete mit Vornamen - erweitert und anschließend von dessen Söhnen Valter und Giorgio erfolgreich weitergeführt worden. Die größtmögliche Aufwertung ihrer Weine hat die inzwischen modernisierte Kellerei durch den persönlichen Einsatz der inzwischen den Betrieb leitenden vierten Familiengeneration erhalten. Der Lambrusco-Hersteller, der im Laufe seiner Geschichte häufig ausgezeichnet wurde, wird mit konkurrierenden italienischen Erzeugnissen gleicher Couleur - vor allem durch seinen 'Concerto' - jedes Jahr den hohen Erwartungen gerecht. Eine der Erfolgsideen besteht vermutlich darin, dass die Familie eine enge Verbindung zwischen den einzelnen Rebstöcken und den Etiketten herstellt. Die für die Produktion verwendeten Trauben werden so streng selektiert, dass die DOC-Vorschriften bezüglich des erlaubten Hektarhöchstertrags deutlich unterschritten werden.